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Alec Cael Averus
Spieler

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Neuer Wind 27.9.19 12:14

Der Wind war in den letzten Wochen deutlich kühler geworden. Es war Herbst und der Winter nahte mit schnellen Schritten.
Dennoch stand er nur in Kettenrüstung, ohne den dicken, wärmenden Mantel, den er vielleicht gebraucht hätte, auf dem Balkon und ließ den Blick über die Burg unter ihm schweifen.

Die Streiter hatten in den letzten Monaten einige herbe Rückschläge hinnehmen müssen. Ein Sommersturm hatte mit einem Blitzschlag fast die Scheune zerstört und dabei Acey beinahe verkohlt.
Dann war auch noch die Köchin verstorben und ihr folgte direkt noch eine der Mägde. Zwei Wochen waren sie ohne jemanden in der Küche ausgekommen und mussten dabei mehrfach verhindern, dass am Ende der widerliche Eintopf von Acey auf dem Tisch stand, von dem niemand so genau wusste, was darin war. Oder eher WOLLTE es niemand so wirklich wissen.

Ihm fehlte es an Männern.
Männern.
Nicht Frauen. Davon wollte er am liebsten keine einzige mehr auf der Burg sehen. Es genügte schon die Unruhe welche durch die Anwesenheit von Cataleya und den paar Küchenmädchen, die er eingestellt hatte, entstanden war.
Aber gute Männer waren schwer zu bekommen.
Vor allem nicht solche, die bereit waren ihr Leben für die Streiter zu geben.
Seine Finger verkrampften sich etwas auf dem kalten Stein.

Er war einfach nicht zufrieden.

Unten im Hof waren einige der Männer mit dem Aufbau beschäftigt, die Arbeiten gingen voran. Sie hatten genug Gold und Vorräte um mehr als einen Winter in der Burg zu überstehen.
Und dennoch war er nicht zufrieden.

Seit einigen Tagen war er sogar so rastlos, dass er nachts kaum mehr Schlaf fand und immer wieder durch die leeren und dunklen Hallen der Burg wanderte. Mehr als einmal war er außerhalb der Wachschichten auf der Mauer erschienen.
Mehr als einmal war er kurz davor nach Vesper zu reisen, für ein gutes Gespräch und etwas zu trinken, aber er wusste, dass er dazu noch kein Recht hatte. Irgendwann vielleicht.
Im Augenblick fehlte es ihm an Ablenkung.
Beinahe grimmig beobachtete er die Handwerker am Schuppen bevor er sich abstieß.
Er würde eine große Jagd einberufen.
Selbst wenn das bedeuten würde, dass die Burg eine Weile kaum bewacht war, dieses Risiko würde er eingehen und jeden einzelnen Streiter zur Pflicht holen.
Und er würde sie losschicken. In die Welt. Vielleicht gab es doch den ein oder anderen, der sich als neues Mitglied eignen würde.
Es war an der Zeit zu wachsen. Gemeinsam würden sie jede Höhle des Landes erkunden und vielleicht sogar beginnen ihr Gebiet zu erweitern.



Aber heute Abend würde er alleine losziehen.



Er hatte nicht lange gebraucht um sich zu rüsten und stand nun vor dem großen Höhleneingang von Despise. Es war bereits dunkel und er wusste, dass es im Dämmerlicht und den engen Gängen nicht besser werden würde.
Sollte ihm nur recht sein.
Er zurrte noch einmal den Schild fester und ging dann mit schweren Schritten los.
Wenig später brach im Inneren der Tumult los.

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Alec Cael Averus
Spieler

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01.10.19 11:01

Er kannte den Weg durch Despise wie seine Westentasche.

Oft war er in Begleitung dort gewesen, die meiste Zeit aber eher alleine durch die Höhle gestreift.
Erbarmungslos trieb er seine Gegner vor sich her, ab und an wich er aus und drückte sich an eine Wand nur um dann wieder mit voller Wucht auf eines der Monster loszugehen.
Mit der Zeit begannen seine Muskeln zu brennen, sein Atem ging deutlich schwerer, aber für diesen Abend war er noch lange nicht am Ende.
Als er sich irgendwann den Weg zurück erkämpft hatte, konnte man anhand der Leichen jeden seiner Schritte nachvollziehen.

Tief sog er die kühle Nachtluft in seine Lungen.
Das Brennen über seiner Augenbraue ignorierte er und nahm den direkten Weg über den Reisemagier nach Siebenbuchen.
Der Bankier, den er scheinbar in einem Gespräch unterbrach, eilte sofort los um seine Truhe zu holen. Erst auf den zweiten Blick erkannte er, dass er nicht alleine am Tresen stand.

Eine Frau.

Es war eine Bewegung ihres Kopfes, die seine Aufmerksamkeit erregte.

Ein silbernes Aufblitzen von seidigen Strähnen.

Als wäre das nicht schon genug blickten ihn dann auch noch tiefblaue Augen an.
Als sie dann auch noch zu sprechen anfing, fiel sein Blick sofort auf die vollen Lippen.
Innerhalb von Sekunden hatte er sich ein Bild gemacht.
Sie war absolut attraktiv, beinahe zu sehr um einfach hier in Siebenbuchen in der Bank zu stehen.


Und sie hatte verdammt nochmal Haare auf den Zähnen!


Er war schon vielen zickigen Frauen begegnet, doch die hier war von der Art her schwer greifbar. Angreifend, sarkastisch. Sie hatten kaum zwei Worte miteinander gewechselt und schon war er von ihr in eine Schublade gestopft worden.
Er war nicht sicher ob es ihm gleichgültig war, oder ob es ihn störte.

Allerdings war sie Heilerin und er hatte zwei Todesfälle und nun eine kranke Magd auf der Burg.
Also zahlte er ihren Preis und dachte sich seinen Teil.
Er war schon vielen Heilern begegnet, einige waren gut, einige waren grottenschlecht. Es gab einige Quacksalber, die nicht wussten wovon sie sprachen, aber es gab auch welche die genau wussten was zu tun war. Sicher gab es Ausnahmen, denen es nur ums Gold ging. Aber bisher war er noch keinem einzigen begegnet, der so skrupellos für Gold handelte. Ohne Gold, würde sie nicht arbeiten. Nicht dass er es nötig hatte, die kleine Schramme versorgen zu lassen, aber er sah an ihrem Blick, dass sie ihm nicht glaubte, dass er nachdem er ihr schon eine horrende Summe gezahlt hatte, seine Barauslagen in der Burg aufgebraucht hatte.

Er war nicht arm.

Im Gegenteil hatte er mehr als genug Gold. Allerdings wusste er wie viele Völker Myrrdinstolz gerne in ihren Händen hätten. Er ging keine Risiken ein sein ganzes Gold zu verlieren.

Dass sie ihm nicht traute war ihm herzlich egal, aber eine Behandlung die kaum etwas an Material schlücken würden zu verweigern weil kein Gold vorhanden war, das hinterließ kein gutes Bild.

Er war sicher keiner der Almosen verteilte, aber irgendwie hatte er etwas anderes erwartet, zumindest von einem Heiler. Gab es da nicht irgendeinen Berufsethos? Irgendwelche Regeln, dass man jemanden behandeln sollte.
Immerhin gab es diese unter Kriegern auch.

Ihr ganzes Verhalten, ihr Auftreten, das Gerede und vor allem das kindische Getue keinen Namen zu nennen, fand er durchweg unsympathisch.

Aber die Burg brauchte einen Heiler.
Siebenbuchen brauchte jemanden.

Also würde er vorerst zahlen.
Und abwarten.
Vielleicht würde sich jemand Besseres finden, oder zumindest jemand, der nicht der absolute Wucher war.

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